Dresdner Strauss-Raritäten
Und hier hat die Staatsoperette etwas ganz Besonderes zu bieten.
Neben den bekannten Werken Johann Strauss’ wie der „Fledermaus“, „Wiener Blut“ oder „Eine Nacht in Venedig“, hat die Staatsoperette in den letzten Spielzeiten als einziges Haus weltweit drei Raritäten aus dem Schatz der 16 Operetten des Wiener Meisters im Spielplan:
„Der Carneval in Rom", der in über 50 Aufführungen (!) das Publikum in Dresden und auf Gastspielen begeisterte und die verspielte Politsatire
„Das Spitzentuch der Königin“ mit annähernd ebenso vielen Aufführungen. Diese Operetten-Ausgrabungen bewiesen, dass es auch in den weniger bekannten Stücken des Wieners viel Lohnendes zu entdecken gibt, dass Johann Strauss seine wunderbaren Melodien, seine funkenschlagenden Tänze, seine virtuosen Gesangsnummern und mitreißenden Ensembles auch hier so kunst- und effektvoll gestaltet hat, dass die Wiederaufführungen sich lohnen. Dazu kam 2010 mit „Prinz Methusalem“ eine Staatssatire, die musikalisch die Offenbach’sche Coupletform mit dem Walzer der Wiener Operette und große Ensembles nach französischem Vorbild mit der Gesangskunst des Belcanto vereint. Erneut ein Fund einer zu Unrecht vergessenen satirischen Operette, die bei Ihrer Uraufführung das Publikum dazu veranlasste, so heftig zu applaudieren, dass mehrere der Nummern wiederholt werden mussten.
„Prinz Methusalem“, ist eine köstliche Satire, die die Aura Shakespeare’scher Komödien und des Wiener Volkstheaters ebenso atmet wie die Brillanz der klassischen Operette. Der an der Staatsoperette nicht unbekannte, preisgekrönten Kabarettisten und Autor Peter Ensikat hat das Buch in unsere Gegenwart geholt – und damit eine szenische Wiederaufführung geradezu notwendig gemacht.
Die von Publikum und Presse gefeierte musikalische Entdeckung und Wiederbelebung von Johann Strauss’ Meisterwerk „Das Spitzentuch der Königin“ durch die Staatsoperette Dresden sowie „Der Carneval in Rom“ sind inzwischen als Weltersteinspielungen beim renommierten
Klassik-Label CPO auf CD erschienen. Darüber hinaus ist „Das Spitzentuch der Königin“ die erste Gesamteinspielung einer Operette mit Ensemble, Chor und Solisten der Staatsoperette überhaupt! Überregional ist man längst auf die Besonderheit des Johann Strauss-Zyklus der Staatsoperette Dresden aufmerksam geworden: über 40 begeisterte Rezensionen zur CD-Einspielung von „Das Spitzentuch der Königin“ aus u. a. Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Frankreich, USA oder Kanada zeugen davon. Übrigens: „Prinz Methusalem“ wurde inzwischen für die CD eingespielt und ist im April 2012 beim Klassik-Label CPO erschienen.
Die Staatsoperette Dresden wird deshalb auch in den kommenden Spielzeiten ihren Johann-Strauss-Zyklus erweitern und neben lieb gewonnenem Bekannten auch wieder überraschend Neues präsentieren. Die nächste Rarität ist bereits in Planung: „Cagliostro in Wien“ soll als nächste Dresdner Strauss-Entdeckung folgen.









