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LEBEN IN DIESER ZEIT - im Radio

Edmund Nicks „Leben in dieser Zeit“ im Radio Die Staatsoperetten-Produktion von Edmund Nicks „Leben in dieser Zeit“ auf einen Text Erich Kästners wird im Rahmen der ARD-Reihe „Musikdokumente aus 60 deutschen Jahren“ am 24. August, 0.05 Uhr erneut gesendet. Die Sendereihe der ARD präsentiert herausragende deutsche Rundfunkproduktionen der letzten 60 Jahre, die jeweils bundesweit auf allen Kultursendern der ARD ausgestrahlt werden. Neben der Staatsoperette Dresden ist aus Sachsen nur noch die Sächsische Staatskapelle vertreten. Die Sendung ist bereits die dritte Komplettausstrahlung der Produktion. Eine CD-Veröffentlichung von Edmund Nicks „Leben in dieser Zeit“ ist für 2010 geplant. Solisten, Chor und Orchester der Staatsoperette Dresden spielten im Herbst 2008 Edmund Nicks zu unrecht vergessenes „Leben in dieser Zeit“ in der für ihre Aufnahmeakustik legendären Dresdner Lukaskirche ein. Rekonstruiert wurde dabei die 1929 vom Schlesischen Rundfunk Breslau ausgestrahlte Urfassung, die seinerzeit als „Hörspiel“ gesendet wurde. Später bezeichneten die Autoren das Werk aber auch als „Kantate“ oder „Laien-Oratorium“. Das Publikum der Staatsoperette Dresden feierte live diese Dresdner Wiederbelebung des Werkes anlässlich eines Konzertes im August 2008. Der renommierte Dresdner Kritiker Peter Zacher schrieb in den Dresdner Neuesten Nachrichten: „Ernst Theis hat mit sicherer Hand die Stimmung der siebzehn Nummern umgesetzt. Text und Musik sind von einer Qualität, die man bei heutigen Pendants schmerzlich vermisst, zumal viele der Teile von einer für Kästner, charakteristischen Melancholie durchsetzt sind […] Die drei Hauptakteure Marcus Günzel, Christian Grygas und Elke Kottmair präsentierten ihre Partien, die immer auf der Grenze zwischen Leichtigkeit und Ernst balancieren, mit beachtlicher Sicherheit.“ Die Produktion ist Teil eines Kooperationsprojektes mit MDR Figaro und DeutschlandRadio Kultur, das sich den Rundfunkmusiken der Weimarer Republik widmet. Sendetermin: 24. August 2009, 0.05 Uhr im ARD-Nachtprogramm (u.a. bei MDR Figaro, SWR 2, RBB Kulturradio, Bayern 4 Klassik) LEBEN IN DIESER ZEIT Mit Musik von Kurt Weil, Edmund Nick und Texten von Erich Kästner, präsentiert von Peter Ensikat Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es kaum eine Diseuse in Berlin, die nicht Erich Kästners satirische und politische Chansons im Repertoire hatte, kaum eine Zeitung von Format, die nicht Texte Kästners drucken wollte. Berlin in den 20er Jahren, den „goldenen“, den „wilden“ 20ern. Es sind Jahre am Vorabend der Weltwirtschaftskrise. Der Dresdner Erich Kästner lebt seit 1927 in Berlin, schreibt Gedichte, Glossen, Reportagen und Rezensionen für die großen Zeitungen und Zeitschriften – als Journalist und Schriftsteller avanciert er zu einem der führenden literarischen Köpfe der Stadt. Viele seiner bekanntesten Werke entstehen hier. Virtuos bedient er den Medienapparat, macht Werbung, nutzt professionell und systematisch die Möglichkeiten von Zeitung, Buchverlagen, Theater, Kabarett, Film, Schallplatte – und Rundfunk. Kästner im magischen Kasten 1929 entstehen erste größere Arbeiten Kästners für den Rundfunk, jenes neue Massenmedium, das sich in aller Stille eingeschlichen hat, wie Kritiker gelegentlich feststellen. „Heute gehört es zum Wohnungsinventar wie Zierschrank und Topfpflanze. Anscheinend unbeteiligt, bedeckt mit Spulen, Drähten, Hartgummischeiben, stehen die magischen Kästen in ihren Ecken“, schreibt 1927 einer der ersten Hörspielautoren, Otto Palitzsch. Im Oktober 1929 hält Kästner im Berliner Rundfunk eine Kinderstunde, zu Silvester 1929 geht seine eigens für diesen Abend entstandene Rundfunk-Revue „Alle Jahre wieder“ über den Äther. Bereits zuvor, am 14. Dezember, wurde Kästners „Leben in dieser Zeit“ als Hörspiel urgesendet. Kästner hatte zum Teil schon veröffentlichte Gedichte, einen Chor und Zwischentexte zu einer Collage montiert, die sich mit dem Moloch Großstadt und der Masse Mensch beschäftigte. Liedhafte Chansons mit ihrer poetischen Bildsprache und der genretypischen starken Textaussage decken die Vielzahl der Themen und wechselnden Stimmungen ab. Als Kästner mit dem Manuskript in Breslau vorsprach, war man davon schnell begeistert, vor allem Edmund Nick, seit 1924 Leiter der Musikabteilung beim Schlesischen Rundfunk. Kurt Weill sollte es vertonen, dieser winkte, auf der Erfolgswoge seiner „Dreigroschenoper“ schwimmend, jedoch ab. Doch da er Song-Vertonungen Edmund Nicks gehört hatte, sagte er: „Nick, machen Sie das doch!“ Der Erfolg ist groß, sogar Theater beginnen das Hörspiel nachzuspielen. „Leben in dieser Zeit“ wird zum Erfolgsstück der Folgejahre, im Rundfunk und auf über 30 Bühnen. Bis die Nazis seine Autoren 1933 verbieten. „Und der Haifisch, der hat Zähne“ Die Welt der Großstadt und ihrer Gefahren, ihres dubiosen Personals von Gangstern, Betrügern und kleinen Leuten hatten bereits 1928 Bertolt Brecht und Kurt Weill in ihrem Sensationserfolg der „Dreigroschenoper“ heraufbeschworen. Weill hat daraus acht Musiknummern zu einer viel gespielten Suite arrangiert: die Melodien von Mackie Messer und seinen Kumpanen, der Kanonen-Song, Tango, Ballade und dergleichen Hits mehr. Auch diese weltberühmte Musik spiegelt den Geist der 20er Jahre, das Leben in dieser Zeit. Eine ideale Ergänzung zum Chanson-Reigen von Kästner und Nick. Beliebte Stars der Staatsoperette singen für Sie. Elke Kottmair als Chansonette, Christian Grygas als Durchschnittsmensch Schmidt und Marcus Günzel als viel wissender Sprecher. Unter der Leitung von Chefdirigent Ernst Theis werden sie gemeinsam mit Chor und Orchester des Hauses Großstadt- Atmosphäre und musikalische Kabinettstücke, vom Chanson bis zum Tango, von der Ballade bis zum Hymnus, auferstehen lassen und die packende, zu Unrecht kaum gespielte Musik Nicks mit Weills „Dreigroschenoper“-Ohrwürmern gegenüberstellen. Berliner Leben mit Peter Ensikat Ein solch besonderer Abend bedarf eines erzählerischen Rahmens. Und wer wäre da besser geeignet als Peter Ensikat, der bekannte, in Berlin lebende Autor und Kabarettist, der an der Staatsoperette bereits in Bernsteins „Candide“ große Erfolge feiert. Er wird das Leben in seinen Zeitläufen präsentieren und wort- und bildreich durch den Abend führen. Die 20er Jahre, die Zeit seines eigenen Lebens in der DDR und das Berliner Leben von heute werden dabei mit Ensikats gewohnt pointenreicher Sprachfertigkeit Geschichte und Zeitgeist einfangen, Verbindungen schaffen und treffliche Beobachtungen präsentieren. Mit freundlicher Unterstützung von

Besetzung

Musikalische Leitung: Ernst Theis
Choreinstudierung: Thomas Runge
Dramaturgie: Uwe Schneider

Presseecho

Erneute Tagung der Staatsoperette Dresden

Weill-Interpretationen

Eine Tagung der Staatsoperette Dresden und der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden

Konzeption: Prof. Dr. Michael Heinemann, Dr. Joachim Lucchesi, André Meyer und Uwe Schneider

Dresden,...

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