„Cabaret“-Premiere am 21. Oktober 2011

19.10.11

 

„Life is a Cabaret ..."

John Kanders Musical „Cabaret" wieder an der Staatsoperette Dresden

„Willkommen, Bienvenue, Welcome ..." im Berlin der dreißiger Jahre. Die Stimmung gleicht einem Tanz auf dem Vulkan; Berlin feiert am Rande des Abgrunds: Politisch instabil und von der Weltwirtschaftskrise gebeutelt wachsen in Deutschland Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Indem sie sich diese Zeitströmungen zu eigen machen, gewinnen die Nationalsozialisten politisch an Einfluss. Doch wie in den Jahren zuvor wird gefeiert, als könne nichts geschehen. Die Wirklichkeit wird erfolgreich verdrängt. „Lasst Eure Sorgen zu Hause! ... Hier bei uns ist das Leben wunderschön ...!" - so mahnt jeden Abend der Conférencier des „Kit Kat Clubs", dessen Hauptattraktivität die naive, amoralische Sängerin Sally Bowles ist. Hier lernt sie der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw kennen, der nach Berlin gekommen ist, um für einen Roman zu recherchieren. Er beginnt ein Verhältnis mit ihr. Doch die Zeit scheint nicht geschaffen für eine Beziehung der beiden: Stürzt er sich zunächst gemeinsam mit Sally in den Trubel des Berliner Nachtlebens, muss er in der Folge den Untergang der Weimarer Republik, die mehr und mehr durch die im Untergrund arbeitenden Nationalsozialisten ausgehöhlt wird, mit ansehen bis er schließlich die sich verschärfende politische Situation nicht weiter ignorieren kann. Mit dem nahenden Ende der Weimarer Republik zerbricht auch die Beziehung Cliffs und Sallys: Während er nach Amerika zurückkehrt, entscheidet sie sich dafür, in Deutschland zu bleiben, ohne die sich anbahnende neue gesellschaftliche Realität anzuerkennen. So verkündet Sally im „Kit Kat Club" allabendlich ihre Lebensmaxime: „Leben ist ein Cabaret" - die Wirklichkeit ist für sie bloße Bühne und alles darauf ist nur ein Spiel ...

DDR-Erstaufführung an der Staatsoperette

Mit ihrem 1966 in New York uraufgeführten Musical „Cabaret" gelang dem Komponisten John Kander, seinem Songtexter Fred Ebb sowie dem Buchautor Joe Masteroff der internationale Durchbruch. So fand dieses Werk sehr schnell seinen Weg vom Broadway auf die Bühnen der Welt und nicht zuletzt auch an die Staatsoperette Dresden, an der „Cabaret" 1976 zehn Jahre nach der Uraufführung seine erfolgreiche DDR-Erstaufführung erlebte.

Show trifft Politik

Als Vorlage für das Musical diente das Schauspiel „I Am a Camera" von John van Druten, das seinerseits auf den autobiographischen Romanen „Mr. Norris steigt um" von 1935 und „Leb wohl, Berlin!„ von 1939 des britisch-amerikanischen Schriftstellers Christopher Isherwood basiert, der zwischen 1929 und 1933 in Berlin als Sprachlehrer gelebt und in diesen beiden Romanen seine Erlebnisse verarbeitet hat.
In ihrem Musical verbinden Kander, Ebb und Masteroff geschickt Show und Politik miteinander und geben so dem dekadenten Lebensgefühl der letzten Jahre der Weimarer Republik musikalischen Ausdruck. Dabei nutzen die Autoren vor allem die im „Kit Kat Club" spielenden Szenen nicht nur dazu, ihr Musical durch die entsprechenden Showelemente zu erweitern, sondern auch, um auf diese Weise die politischen Entwicklungen im Berlin der dreißiger Jahre zu kommentieren und zu überhöhen. Seine überragende Bekanntheit verdankt das Werk der Verfilmung durch Bob Fosse mit Liza Minnelli als Sally Bowles, die mit 8 Oscars ausgezeichnet wurde. Für diese Filmfassung schrieben John Kander und Fred Ebb eigens für Liza Minnelli und den Conférencier der Verfilmung Joel Grey drei neue Songs, die auch in die Bühnenfassung Eingang fanden. Seither gehören die Songs „Mein Herr", „Maybe this time" und „Money, Money" zu den bekanntesten Teilen einer mitreißenden Partitur, die gekonnt den Stil der zwanziger Jahre mit der Broadway-Musik der sechziger Jahre verbindet.

Die Premiere ist ausverkauft.

Karten von 8 € bis 27 € unter (0351) 207 99 99 oder www.staatsoperette-dresden.de

Die nächsten Vorstellungen:
Sa, 22. Oktober, 19:30 Uhr
So, 23. Oktober, 15 Uhr
Di. 25. und Mi. 26. Oktober, 19:30 Uhr

Kontakt

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jana-Carolin Wiemer
Tel.: (0351) 207 99 59
Fax: (0351) 207 99 92
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