Gilbert & Sullivans "Pirates of Penzance" im NDR
Der NDR präsentierte im ersten Konzert der Aboreihe U (wie Unterhaltung) am Donnerstagabend im Großen Sendesaal "Pirates of Penzance" von Gilbert & Sullivan.
Sie sind die Schrecken der Meere und die Helden der Leinwand: Piraten. Auch auf der Theaterbühne konnten sie Fuß fassen, zumindest die sehr besondere Art von Seeräubern, die in Penzance zu Hause war. „The Pirates of Penzance“ machten nach der Uraufführung 1879 in angelsächsischen Ländern rasch reiche Beute. In Deutschland allerdings tat und tut man sich schwer mit dieser doch so schwungvollen Operette. Dabei wird der seltene Mut doch durchaus belohnt. 1983 etwa präsentierte Herbert Kreppel mit dem aufgekratzten Ensemble des Staatsschauspiels in Hannover eine ebenso geist- wie erfolgreiche Version dieses Stücks. Und Mitte der neunziger Jahre war am Berliner (Musical-)Theater des Westens die deutsche Version einer etwas gröber gestrickten Broadway-Version ebenfalls ein Hit.
Ansonsten aber bleiben die Werke von Gilbert & Sullivan etwas für Kenner. Deren Zahl sich vermehren könnte, wenn der NDR den Mitschnitt der amüsanten Produktion sendet, die er am Donnerstagabend im Großen Sendesaal präsentierte. Zwar „nur“ konzertant, aber doch als Musiktheaterspaß. Gesungen wurde im englischen Original, was Musikphilologen erfreut, aber doch manchen Wortwitz des eloquenten Textdichters William Gilbert zum Hörrätsel auch für ausgepichte Englischkenner machte.
Dass die Unterhaltung im ersten Konzert der Aboreihe U (wie eben Unterhaltung) nicht zu kurz kam, dafür sorgten die amüsanten Zwischentexte von Uwe Schneider, die der Sprecher Wolfgang Beuschel kess servierte. Und das besorgte vor allem die nach wie vor mitreißende Musik von Sir Arthur Sullivan, der doch viel lieber als seriöser Komponist Karriere gemacht hätte – und nicht als britisches Pendant zu Jacques Offenbach.
Das Erfolgsgeheimnis dieser Musik: Sie geht ins Ohr, manchmal auch ins Herz und immer in die Beine. Und für die Connaisseurs gibt es noch eine zweite Bedeutungsebene, auf der Sullivan mit trockenem Humor Opernkonventionen und große Vorbilder imitiert, persifliert und parodiert.
Gastdirigent Howard Griffiths animierte die NDR Radiophilharmonie zum
pointierten Spiel. Die Vokalisten Hannover mimten höhere Töchter, tumbe
Polizisten und ehrbare Piraten. Und das Ensemble der Dresdener Staatsoperette zeigte, wie man’s macht: gute Unterhaltung. Der Tenor Ralf Simon gab dem Piratenlehrling Frederic Schmelz und Schmalz: Der Arme ist schließlich, wie es der Untertitel des Stücks verrät, ein „Sklave der Pflicht“.
Und kann sich zwischen seinem Lehrvertrag und der Liebe zu Mabel
(koloraturengewandt: Jessica Glatte) nicht entscheiden. Gritt Gnauck ist die
Amme Ruth, die an allem schuld ist, weil sie sich verhört hatte, als Frederics
Vater den Sohn zum „Pilot“ (also zum Lotsen) ausbilden lassen wollte. Sie hatte
„Pirate“ verstanden und so nahm das Verhängnis seinen Lauf, den der
Piratenkönig (profund: Elmar Andree) steuert. Gerd Wiemer ist ein eloquenter
Major General. Und ein namenloser Polizeisergeant (Herbert G. Adami) weiß den
patriotischen Weg zum Happy End.
Das ist manchmal hirnrissig, aber eben auch hinreißend und hochmusikalisch.
Ein großer Spaß!
Kontakt

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jana-Carolin Wiemer
Tel.: (0351) 207 99 59
Fax: (0351) 207 99 92
presse@staatsoperette-dresden.de
Presselogin
Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie einen Zugang für den Pressebereich wünschen. Senden Sie an presse@staatsoperette-dresden.de folgende Angaben:
- Name
- Email-Adresse
- Zeitung/ Verlag
- Redaktion und
- Telefonnummer
Wir senden Ihnen dann umgehend Ihre Zugangsdaten.







